Wir waren mit unserer Deutschklasse 2a/2c dreimal im Bernaville und durften einen von Bewohner*innen geleiteten Rundgang im Gebäude geniessen. Wir konnten in die Werkstätten hineinschauen und mit Menschen mit Beeinträchtigung zusammenarbeiten. Zuletzt konnten wir auch Bewohner*innen des Bernavilles interviewen.
Beim ersten Besuch bekamen wir von den Bewohner*innen eine Führung über das ganze Gelände. Wir fanden diesen Einblick sehr spannend. Auf uns wirkte das Bernaville sehr heimelig und schön, da es von der Natur umgeben und die Atmosphäre sehr freundlich und offen ist. Im Bernaville gibt es verschiedene Arbeitsmöglichkeiten, bei denen die Bewohner*innen aber auch extern angestellt arbeiten können. Die beliebtesten Arbeiten sind die landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Es gibt auch noch verschiedene Werkstätten, in denen sie zur Zeit Swatch-Schachteln falten. Dabei müssen sie sehr sorgfältig und genau arbeiten, sie müssen darauf achten, die Schachteln nicht zu beschädigen und keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Zudem gibt es eine Weberei, wo sie Teppiche und Handtücher weben. In der Wäscherei wird die Wäsche von den Bewohner*innen, aber auch von Restaurants und der Feuerwehr gewaschen. Die Bewohner*innen arbeiten ausserdem sehr gerne in der Gärtnerei. Dort setzen sie Setzlinge an, um sie anschliessend zu verkaufen.

Für Menschen, die die Arbeitsbedingungen nicht erfüllen können, gibt es Kreativateliers, wo sie sich die Arbeitszeiten selbst einteilen können und keinen Zeitdruck haben. In ihrer Freizeit machen die Bewohner*innen gerne Ausflüge in die Brockenstube. Dort können sie stöbern und Kaffee trinken. Einmal im Jahr gib es ein Gruppenwochenende, an dem sie Ausflüge ins Ausland oder an andere Orte machen. Bei sonstigen Ausflügen dürfen sie viel mitbestimmen und Vorschläge einbringen. Das finden wir sehr schön und rücksichtsvoll. Auf was sich die Bewohner*innen auch besonders freuen ist, wenn die Esel-Therapie beginnt, sobald der Stall fertig gebaut ist. Zu den Eseln kommen auch noch Hühner, Schafe und Kühe in den Stall.
Den Bewohner*innen gefällt es im Bernaville sehr. Manche nehmen sogar einen weiten Weg auf sich, um jeden Tag im Bernaville arbeiten zu können.

Beim zweiten Besuch durften wir in unterschiedlichen Werkstätten verschiedene Arbeiten ausführen, wie z.B. Schraubensets für Gilgen zusammenstellen oder T-Shirts fürs Militär zusammenfalten. Trotz der eher eintönigen Arbeit beim Falten hatten wir sehr viel Spass und konnten amüsante Gespräche mit den Bewohner*innen führen. Es war eine tolle Atmosphäre und man lachte miteinander. Die Leute sind froh, können sie dort arbeiten. Das gibt ihnen Abwechslung. Die Betreuer*innen haben eine gewisse Bindung zu den Bewohner*innen und behandeln sie sehr gut.
Beim dritten Besuch führten wir Interviews mit den Bewohner*innen durch. Reto und Lisa sind seit 15 Jahren im Bernaville. Sie besuchten die Schule und kamen danach ins Bernaville. Lisa liebt alle Tiere ausser Pferde. Reto liebt das Reisen. Er war schon in Amerika und schaute dort Football und Eishockeymatches. Elisabeth meinte, sie wäre gerne Säuglingsschwester geworden. Im Bernaville fand sie ein schönes und freundliches Zuhause. Sie spielt gerne Yatzy mit den anderen ihrer Wohngruppe. Ivo absolvierte eine Ausbildung als Betriebsunterhalter. Einmal pro Woche hatte er einen halben Tag Schule. Die Ausbildung dauerte zwei Jahre. Wenn er keine kognitive Beeinträchtigung hätte, würde er am liebsten als Anwalt arbeiten.
Uns freute es sehr, dass wir diesen spannenden Einblick erhalten durften. Der Besuch gefiel uns sehr. Wir haben daraus gelernt, dass Personen mit Beeinträchtigung sehr feinfühlig und nett sind und sich sehr freuen, wenn man sich für sie interessiert. Wir glauben, dass es wichtig ist, mit ihnen zu reden und sie zu respektieren.
Texte und Fotos stammen von den Schüler*innen der Klasse 2a/2c des OSZ Schwarzenburg.

